Mit einer Frau (Art Direktorin Veronika Illmer) unter zwölf Männern - wie so häufig - leider zu wenig Frauen auf dem Podium. Im Publikum dafür, besonders während Peter Lindbergh im Gespräch zu erleben ist, scheinen an die 60 bis 70 Prozent des Publikums weiblich zu sein.
Am Vormittag sehr viele Gesprächsrunden, am Nachmittag dominieren zunächst die Vorträge, die Chefredakteursrunde der ZEIT, des SZ-Magazins und des SPIEGELS schließt das Symposium sehr lebendig ab, wenn auch alle Fragen zur Verträglichkeit von Print und Online offen bleiben.
Nicht alle Gesprächsmoderationen erschienen mir während des Symposiums optimal, ohne da jetzt direkt ein Seminar bei uns an der Akademie empfehlen zu wollen…
Wunderbar war das Zusammenspiel von Frage und Antwort bei Christoph Amend, Chefredakteur Zeit Magazin, und Peter Lindbergh. Bei Moderator Nikolaus Marten und auch Erwin Wurms Interviewer, ART-Chefredakteur Tim Sommer, habe ich durchgehend den Eindruck, dass sie eher sich und ihr Wissen profilieren möchten, als interessante Fragen an ihre Gegenüber zu stellen. So häufig wie heute hörte ich selten die Nachfrage der Interviewten: “Was war jetzt genau die Frage?” …
Der Erkenntnisgewinn des Tages?
Erwin Wurm ist großartig, aber das war auch vorher schon klar.
Top-Modells aus den Achtzigern sehen auch zwanzig Jahre danach noch toll aus, weil sie - Persönlichkeit haben. (Frauen sehen immer großartig aus, wenn sie Persönlichkeit haben.)
Onlinejournalismus hat einen Geburtsfehler, der heißt “kostenlos”. (Ok. Das ist natürlich auch kein Erkenntnisgewinn.)
Aber Online ist nicht nur für die Medien, sondern auch für die Werbung relevant geworden. Es gab eine kurze Diskussion beim Symposium: Welche Relevanz haben die SocialMedia-Kanäle für die Werbung? (“Überschätzt. Aber wichtig”)
Gestartet vor wenig Publikum aber mit viel Beifall bedacht wurde Daniel Schmitt, der das WikiLeaks Projekt vorstellte. “Aggressivste Presseagentur der Welt”. Vielen Journalisten in Deutschland offensichtlich noch vollkommen unbekannt - umso wichtiger dieser Auftritt!
Zu fragen bleibt, ob ein so frontal ausgerichtetes Symposium ohne irgendeine Beteiligung der Zuhörenden überhaupt noch zeitgemäß ist. Bei 300 bis 400 Gästen nach dem Vortrag auf den Referenten zu verweisen, der beim Kaffee noch ansprechbar sei, erscheint mir etwas wirklichkeitsfern. Dann lieber ein Panel aus dem eng gepacktem Programm weniger und mehr Zeit, um wenigstens Fragen aus dem Publikum zuzulassen.
Einige meiner aus der Hüfte geschossenen Fotos des Symposiums hier.