Kirstin Marquardt

Kirstin Marquardt

Kirstin Marquardt  //  Microbloggend.
Medieninteressiert.
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Akademie für Publizistik
Facebook-Seite der Akademie für Publizistik

Jun 7 / 12:37pm

Liebe Viral-PR-Experten, so bitte nicht!

Heute bekam ich Post:

Suspekt

Ein Ausriß aus einem Magazin, einige Zeilen per Hand gelb gemarkert, darauf ein handbeschriebener Post-it.

Ich werde geduzt und mit meinem Vornamen angesprochen, leider ist die Unterschrift nicht entzifferbar. Das ganze wurde in einem absenderlosen Umschlag verschickt, der per Schreibmaschine (!?) an mich adressiert wurde. Es geht um irgendwelche Energiesparbaumaßnahmen in irgendeinem Steigenberger Hotel.

Das ganze ist natürlich ein Fake. 

Jetzt einmal ganz abgesehen davon, dass beim Verteileraufbau offensichtlich geschlampt wurde:

Was soll das?

Glaubt irgendjemand im Ernst, dass positiv über das Thema berichtet wird, weil ein Anonymer auf plumpe kumpelig-anbiedernde Tour Pseudo-Magazinausrisse mit Pseudo-Post-its verschickt? Spooky! Das ist gefühlt so, als ob ich von einem Wildfremden auf der Straße viel zu vertraulich angesprochen werde.

Also: Spam, der sowieso in der ganz großen Ablage landet.

Liebe Viral-PR-Experten: Bitte verschont mich mit solchen Aufmerksamkeiten.

Danke.

--

Nachtrag via Facebook von Alexander Svensson

In Großbritannien gibt es Ärger für so etwas: 

http://www.asa.org.uk/Asa-Action/Adjudications/2010/4/Cardell-Media-Ltd/TF_ADJ_48319.aspx

Nov 17 / 7:22am

"Tumblr-Blogs als Portfolio-Tool" Präsentation der ProfilAgentin

Die ProfilAgentin stellt Tumblr-Blogs vor, die sehr gut für das Selbstmarketing von Freelancern eingesetzt werden können. Am Beispiel von drei Journalisten werden drei sehr unterschiedliche Ansätze vorgestellt, mit denen ganz einfach sehr gut designte Portfolios aufgebaut werden können.

Filed under  //  Freelancer   Journalisten   Portfolio   Profilagentin   Selbstmarketing  
Sep 19 / 3:04am

Warnhinweise für Journalismus!

Wenn es für alles mögliche Warnhinweise gibt - warum eigentlich nicht für Journalismus? Das fragte sich Tom Scott und entwickelte die "Journalism Warning Labels"

Zum Vergößern anklicken!

Warnzeichen

Übersetzt von Robert Harm

Passende Etiketten können bei Amazon bestellt werden: Avery L7651Y-25 (Neon) oder Avery L7651-25 (weiß)

Filed under  //  Guerillataktik   Kritik   Medienjournalismus   Warnhinweise  
Mar 25 / 2:51pm

Mein ganz persönlicher Eindruck des Lead Awards Symposiums?

Mit einer Frau (Art Direktorin Veronika Illmer) unter zwölf Männern - wie so häufig - leider zu wenig Frauen auf dem Podium. Im Publikum dafür, besonders während Peter Lindbergh im Gespräch zu erleben ist, scheinen an die 60 bis 70 Prozent des Publikums weiblich zu sein.

Am Vormittag sehr viele Gesprächsrunden, am Nachmittag dominieren zunächst die Vorträge, die Chefredakteursrunde der ZEIT, des SZ-Magazins und des SPIEGELS schließt das Symposium sehr lebendig ab, wenn auch alle Fragen zur Verträglichkeit von Print und Online offen bleiben.

Nicht alle Gesprächsmoderationen erschienen mir während des Symposiums optimal, ohne da jetzt direkt ein Seminar bei uns an der Akademie empfehlen zu wollen…

Wunderbar war das Zusammenspiel von Frage und Antwort bei Christoph Amend, Chefredakteur Zeit Magazin, und Peter Lindbergh. Bei Moderator Nikolaus Marten und auch Erwin Wurms Interviewer, ART-Chefredakteur Tim Sommer, habe ich durchgehend den Eindruck, dass sie eher sich und ihr Wissen profilieren möchten, als interessante Fragen an ihre Gegenüber zu stellen. So häufig wie heute hörte ich selten die Nachfrage der Interviewten: “Was war jetzt genau die Frage?” …

Der Erkenntnisgewinn des Tages?

Erwin Wurm ist großartig, aber das war auch vorher schon klar.

Top-Modells aus den Achtzigern sehen auch zwanzig Jahre danach noch toll aus, weil sie - Persönlichkeit haben. (Frauen sehen immer großartig aus, wenn sie Persönlichkeit haben.)

Onlinejournalismus hat einen Geburtsfehler, der heißt “kostenlos”. (Ok. Das ist natürlich auch kein Erkenntnisgewinn.)

Aber Online ist nicht nur für die Medien, sondern auch für die Werbung relevant geworden. Es gab eine kurze Diskussion beim Symposium: Welche Relevanz haben die SocialMedia-Kanäle für die Werbung?  (“Überschätzt. Aber wichtig”)

Gestartet vor wenig Publikum aber mit viel Beifall bedacht wurde Daniel Schmitt, der das WikiLeaks Projekt vorstellte. “Aggressivste Presseagentur der Welt”. Vielen Journalisten in Deutschland offensichtlich noch vollkommen unbekannt - umso wichtiger dieser Auftritt!

Zu fragen bleibt, ob ein so frontal ausgerichtetes Symposium ohne irgendeine Beteiligung der Zuhörenden überhaupt noch zeitgemäß ist. Bei 300 bis 400 Gästen nach dem Vortrag auf den Referenten zu verweisen, der beim Kaffee noch ansprechbar sei, erscheint mir etwas wirklichkeitsfern. Dann lieber ein Panel aus dem eng gepacktem Programm weniger und mehr Zeit, um wenigstens Fragen aus dem Publikum zuzulassen.

Einige meiner aus der Hüfte geschossenen Fotos des Symposiums hier.

Mar 6 / 3:14pm

Geschickter Relaunch: Der JOURNALIST im neuen Dress

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Bereits mit der Februar-Ausgabe des Journalist wurde das Heft und der Online-Auftritt des Medienmagazins journalist gerelauncht. Matthias Daniel und Anna von Garmissen, Chefredakteure des journalist, ist damit ein kleines Kunststück gelungen. Arne Schmidt, der verantwortliche Designer der Agentur Kuhn, Kammann & Kuhn, hat einen sehr magazinigen, eleganten Auftritt inszeniert.

Nun ist der journalist nicht irgendeine Fachzeitschrift, sondern auch noch ein Verbandsblatt, genauer: die Mitgliederzeitschrift einer Gewerkschaft:

Ein Hintergrund, der überhaupt keinen Anlass gibt, optische Höhepunkte zu erwarten.

Genau aus diesem Grund kann gar nicht zu sehr betont werden, wie rund das gesamte Konzept: die Optik, der Inhalt und der Webauftritt, wurden.

Farblich ganz reduziert, wurde eine bewundernswert stringente Bild- und Ausschnittswahl getroffen, die von einer Hingabe an die Aufgabe erzählt. Angefangen vom Titelbild bis zum letzen Symbolbild wurde bei jedem Foto darauf geachtet, dass es ins ausgefeilte Farbkonzept passt. Die Titeloptik ist ruhiger und eleganter geworden, gleichzeitig hat das Bild ein deutlich stärkeres Gewicht und an Format gewonnen.

Sehr erfreulich - der Inhalt ist ja schon seit längerer Zeit deutlich über Verbandsmitteilungen hinaus gewachsen und bietet relevanten, kritischen Medienjournalismus. Der journalist ist optisch und auch thematisch spätestens mit dem Relaunch mehr als in der Gegenwart angekommen.
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Jan 16 / 2:16pm

Peter Praschl über e-Books und Papier

"Das muss mir jetzt keiner in die Kommentare schreiben, das habe ich selbst schon hundertzwölftausend Mal gelesen: Es wird E-Bücher geben, in denen man dann Videos gucken kann. Oder der Autor einem die Hörbuchversion vorliest. Oder als Bonus ein Making-Of mitgeliefert wird. Und und und. Multimedialer Content, noch und nöcher. Echt super. Vielleicht solltet ihr gleich aus allem ein Playstation-Spiel machen. Oder etwas mit 3 D. Dann muss man auch die Brille dazukaufen."

Einer von 21 Punkten, die für Peter Praschl E-Books im Vergleich zur 861 Seiten Dünndruckpapierversion von Walt Whitmans Grasblätter sehr ungeeignet für zivilisierten Lesegebrauch erscheinen lassen

Filed under  //  Bücher   E-Books   Praschl  
Dec 14 / 12:00pm

FREIFLÄCHEN - Die Kampagne der FREISCHREIBER

Eindrucksvoll: Was und wieviel fehlt, wenn visuell verdeutlicht wird, welchen Anteil Freie Journalistinnen und Journalisten am fertigen Blatt haben.

Wie groß diese Teile sind, soll die Kampagne „Freiflächen“ zeigen, die der Berufsverband Freischreiber am Montag, den 14. Dezember 2009 startet.

Zeit_magazin_leben_mit_freien
Zeit_leben_ohne_freie

Auf Freischreiber.de wird sechs Wochen lang je ein Magazin oder eine Zeitung vorgestellt.

Montags wird in einer Vorher-Nachher-Darstellung das Blatt als Ganzes abgebildet. In der ersten Abbildung so, wie das Objekt erschienen ist, in der zweiten, der „Nachher-Abbildung“, sind die Flächen weiß, die von freien Journalisten, Fotografen und Illustratoren erstellt wurden – bis zu 68 Prozent des Heftinhalts.

Dienstags wird auf Freischreiber.de ein Interview mit dem jeweiligen Chefredakteur, der Chefredakteurin des Objektes gestellt. In dieser Woche mit Christoph Amend über die Bedeutung von freien Mitarbeitern für „Zeit Leben

Mittwochs erläutert ein Medienwissenschaftler die Bedeutung von Freien für das Blatt. Prof. Dr. Stefan Weichert gibt diesmal seine Einschätzung der Freien für „Zeit Leben“ ab.

Ich bin jetzt schon sehr gespannt auf den 21. Dezember, wenn Geo Saison als zweites vorgestellt wird.

Freischreiber ist der Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten. Der Verband setzt sich für angemessene Honorare, eine professionelle Zusammenarbeit von Redaktionen/Verlagen und Freien mit anständigen Umgangsformen und fairen Verträgen ein.

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Dec 6 / 3:00pm

Erfahrungen mit Twitter als Backchannel bei Diskussionen

Auch in Jochen Robes (seit Jahren sehr gut gemachtem) Newsletter war das Thema Twitter auf Veranstaltungen ein Thema. Auf der Podiumsdiskussion, die den ePortfolio-Tag der Konferenz Campus Innovation abschloss, wurde der Versuch unternommen, Twitter als Backchannel zu integrieren.

Zwei sehr ausführliche und reflektierte Posts gehen auf die Erfahrungen ein, die bei diesem Experiment gewonnen werden konnten:

Zum einen hat Kerstin Mayrberger, Moderatorin der Diskussion, die Hintergründe des Szenarios aufgezeigt und Überlegungen angestellt, wie und wann es gut gelingen kann, Twitter in Kommunikationsgefüge auf Podien einzubinden.

Der zweite Beitrag ist von der Co-Moderatorin Christina Schwalbe, die den Backchannel beobachtete, um ausgewählte Kommentare und Fragen in die Diskussion auf dem Podium mit einzubringen.

Einigkeit besteht darin, dass die Kommunikationssituation extrem komplex und damit sehr herausfordernd ist. Vor Beginn einer Diskussion sollte optimaler Weise allen Beteiligten klar sein, um welche Art von Veranstaltung es geht: "um das öffentliche gemeinsame Expertengespräch oder die Partizipation an diesem und welche Bedingungen in welchem Fall erfüllt sein müssen"

Ebenso klar in beiden Posts: Das war ein Experiment, das sich gelohnt hat - auch wenn es noch nicht optimal verlaufen ist. Außerdem: Weitermachen und auch neue Formen der Diskussionskultur ermöglichen und ausprobieren.

Es bleibt spannend!

 

Filed under  //  Backchannel   Diskussionen   Podium   Twitter  
Nov 22 / 9:24am

Twitterquette für Podiumsteilnehmende?

Am Samstag veranstaltete der djv die Besser Online-Tagung in Mainz, die ich aus Hamburg über die Twitter-Search nach #djv_bo mit verfolgte.

Am Rande der Veranstaltung entspann sich eine Diskussion darüber, wie das angemessene Verhaltenskonzept von Podiumsteilnehmern mit Twitter-Account aussieht:

  1. Matthias Daniel
    matthiasdan Von 4 Diskutanten auf Twitter-Podium hat nur Frank Schmiechen @weltkompakt nicht gleichzeitig getwittert. Höflich oder Akku leer? #djv_bo
  2. Andreas K. Bittner
    qwasi @matthiasdan: Von 4 Diskutanten auf Twitter-Podium ... gibt es eine Twitterquette für diese Fälle? #djv_bo
  3. Frank Schmiechen
  4. Thomas Mrazek
    tmrazek Taz-Mann Urbach kritisiert Twitterei von @romelu während der Diskussion - recht hat er. #djv_bo
  5. Robin
    romelu Ich lass mir das twittern nicht verbieten. #Djv_Bo
  6. pjebsen
    pjebsen @tmrazek Es gibt auch Männer, die durchaus multitaskingfähig sind. ;-) #lauschenundtwittern #djv_bo
  7. kaputt
    kaputt .@tmrazek über stil lässt sich streiten, okay. aber deswegen die meinungs- und pressefreiheit antasten!?? #djv_bo #twitterverbot /cc @romelu
  8. Thomas Mrazek
    tmrazek @kaputt Jessas, dass war doch kein Verbot, dass ich da ausprach. (-:
  9. kaputt
    kaputt @tmrazek na ok. ik warte dann mal gespannt die nächsten kurzmitteilungen von @romelu ab. wurde so seltsam still. und das so plötzlich.. :-/
  10. Thomas Mrazek
    tmrazek @kaputt Klar, wir haben ihm das Netz gekappt, Spaß beseite: nächste Woche bin ich mit dem live-twitternden @tknuewer auf nem Podium. (-;

-- this quote was brought to you by quoteurl

Eine Diskussion, die sich im Real-Leben beim Zusammentreffen mit Gewohnheiten des Digital Lifestyle schnell entzündet.

Zwei Dinge fielen mir besonders auf: Ich selbst glaube nicht mehr an das Konzept "Multitasking". Aber den Mitveranstalter @PJebsen scheint das Twittern von Podiumsteilnehmern nicht zu stören, er tritt mit seinem Tweet eher in die Rolle eines vermittelnden Mediators.

Wer nicht live in Mainz dabei war, konnte nicht so einfach nachvollziehen, ob es ein "offizielles Twitterverbot" gab (was Robin Luchts Tweet doch ziemlich nahelegt) oder es "nur" um kritische Anmerkungen zum Verhalten auf der Bühne ging, was wohl letzten Endes der Fall war.

Um was geht es?

Nicht nur Offliner stören sich daran, dass auf Podien zunehmend getwittert wird. Die Teilnehmer widmen sich stärker ihrer Online-Reputation ("Ich bin der erste...") wahlweise der Hingabe an ihre Lieblingstätigkeit als ihren Mitdiskutierenden oder den Erwartungen des Publikums.

Das ist für mich eine Frage des Stils und des Respekts gegenüber denen, die sich mit mir auf und vor der Bühne befinden. Die Menschen vor der Bühne haben womöglich Anfahrtswege auf sich genommen und Eintritt bezahlt.

Wenn ich in dieser Situation twittere, signalisiere ich, dass mir meine Follower wichtiger sind, als die Anwesenden. Was mich unangenehm an Restaurant-Besuche Ende der achtziger Jahre in Italien erinnert, als den Handy-begeisterten Italienern ihre Kontakte am Telefon wichtiger waren als ihr interessiertes Gegenüber.

Brauchen wir eine Twitterquette?